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Nazis und Goldmund

27. September 2016

Nazis und Goldmund versteht sich als vielköpfiges poetologisches Monstrum, das die Entwicklungen und Aktionen der Europäischen Rechten und ihrer internationalen Allianzen kritisch beobachtet, deren Erzähl- und Interventionsstrategien untersucht und attackiert. Wöchentlich erscheint ein Beitrag. #poesiegegenrechts

nazisundgoldmund.net

Monster

10. Oktober 2016

Jede Woche Mittwoch um 11:55 gibt es einen neuen Essay auf www.nazisundgoldmund.net #poesiegegenrechts, letzter Woche war ich mit einem Beitrag dran, hier ein Auszug:

… Wussten Sie, dass Abweichungen von der Norm diese Norm in Frage stellen? Hier bin ich, die Abweichung, das Andere, das Fremde, ich stehe zu Ihrer Verfügung. Ich melde mich freiwillig als Monstrum, in mir, wie in Wort und Bedeutung, verschmilzt das Wunderbare, Fabelhafte, Faszinierende mit dem schreckenerregenden Omen. Denken Sie nicht, das sei einfach, aber es ist einfacher, wenn Sie denken. Pro futuro: Es gilt, das Hinschauen und Wahrnehmen neu zu lernen, nicht blind und taub und stumm zu werden, es gilt, die Augen zu öffnen, die Bilder zu sehen und zu sprechen, auch wir produzieren diese Welt. Bitte sprechen Sie jetzt. (quod erat deMonsterandum)

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Nach Wien, nach Wien! Zur offenen Burg!

27. September 2016

Am kommenden Samstag, dem 1.Oktober lese ich im Rahmen der Offenen Burg gegen Mittag aus meinem Roman Astronauten, nachmittags wird mein Theatertext Aufzeichnungen eines Querulanten von Sara Abbasi in den „Katakomben“ der Burg szenisch eingerichtet und am Sonntag, dem 2.Oktober lese ich nochmals, diesmal Essays. Kommt! (Genaue Uhrzeiten folgen asap).

www.burgtheater.at

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kulturradio rbb porträt

30. August 2016

Anke Schaefer vom kulturradio rbb hat mit mir über Identität, Heimat/Gesellschaft und natürlich übers Schreiben gesprochen und ein kurzes Porträt daraus gebastelt. ++ Heute Abend gibts eine Lesung am LCB, wahrscheinlich die letzte Astronauten-Lesung in Berlin. www.kulturradio.de

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Bewusstseinszustand Hoffnung

21. August 2016

Nach wie vor gilt: Es gibt keine einfachen Antworten für komplexe Probleme, Konstellationen und Situationen, es gibt keine Helden, keine Erlösung, keine Erfüllung der schillernden populistischen Versprechen. Es wird gesagt: Die Menschen haben ein Recht auf ihre Angst. Ich will korrigieren: Wir haben das Recht, keine Angst zu haben, wir haben das Recht, uns zu informieren, wir haben das Recht, in Dialog zu treten, wir haben das Recht, zu hoffen und die Pflicht, achtsam und kritisch zu bleiben, nicht wegzusehen, selbstständig zu denken und Fragen zu stellen, damit das Hintergrundrauschen der Angstmacher auf unseren Kanälen wieder leiser wird. (…)

Auszug aus meinem Beitrag für die ZEIT ONLINE / Freitext > www.zeit.de

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Ferien = Lektüre

10. August 2016

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Im Übrigen bin ich der Meinung

10. August 2016

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Write yourself clean

10. August 2016

Ein Protokoll von Sandra Gugic, Juni 2016 Aus dem Taxifenster sehe ich die MS Europa, ein gigantisches Kreuzfahrtschiff, im Hafen von Kiel anlegen. Ich bin unterwegs Richtung Bahnhof, auf dem Heimweg nach drei Tagen Festival. Anderswo, in Österreich, ist Wahltag. Bundespräsidentenwahl. Stichwahl, genau genommen. Propagierter …

literatur und kritik : österreich, weiblich

10. August 2016

In der Mai-Ausgabe von literatur und kritik gibt es u.a. etwas von mir und über mich zu lesen. Herausgeber des Dossiers: Helmut Gollner →www.omvs.at

kolik 69 – Heimat. Eine Versuchsanordnung

10. August 2016

Heimat. Eine Versuchsanordnung* von Sandra Gugic

Meine Heimat ist das Wort, mein Vaterland Europa, mein Wohnort wechselnd, meine Hautfarbe sichtbar, meine Augen wach, meine Identität nachweisbar, mein Mut verschieden, meine Laune launisch, mein Herz Ausland, meine Fragen endlos, mein Pass janusköpfig, meine Sehnsüchte aus der Mode gekommen, meine Wut zeitlos, meine Wahrheit dreideutig, meine Zweifel ausgesprochen, zweifellos eine gute Migrantin, eine schlechte Verliererin, eine inländische Ausländerin, eine schnelle Leserin, eine Freundin der Fröhlichkeit, im Grunde traurig, den Menschen zugewandt, der Menschen überdrüssig, wachsam wie schlaflos, ungeübt in der Geduld, immun gegen Heimweh, das Ungewöhnliche gewohnt, eine mittelmässige Schwimmerin, unachtsam beim Radeln, durchschnittlich groß, zeitweise größenwahnsinnig, schüchtern wie schamlos, geboren in Wien, Berlin geliebt, Belgrad vergessen, Babel gesehen, entkommen nach Anderswo, in Transiträumen geschlafen, vom Meer geträumt, auf Demonstrationen getanzt, Partei ergriffen, das falsche Wort verloren, den Mund gehalten, Angst is not a Weltanschauung** zitiert, die Gegenwart befragt, die Gewohnheit verteufelt, die Ordnung verlegt, das Chaos glattgestrichen, Lebensentwürfe verknittert, Möglichkeitsräume vermessen, Vergangenheiten vorausgesetzt, Zukunftsaussichten verpixelt, Parolen überschrieben, Wurzeln ausgegraben, Gemeinschaft definiert, als pessimistische Idealistin bezeichnet, der Renitenz bezichtigt, der Hoffnung verfallen, ungetauft wie unbekehrbar, Gelegenheiten geliebt, Absichten gehabt, Chancen verpasst, dem richtigen Ton entkommen, Sprachen ineinander verwaschen, Kauderwelsch übersetzt, im Raum zwischen zwei Gedanken (ein)geatmet, Zeitverhältnisse eingegangen, in blinden Flecken gebadet, guten Rat verschenkt, die Richtung gewürfelt, die Welt wie eine Speisekarte studiert, Einheimische gespielt, einen Aufstand geübt, kosmopolitische Ferien gemacht, Freiheit rückwärts und vorwärts buchstabiert, Ideologie gegurgelt gegurgelt gegurgelt und ausgespuckt, fortgegangen, zurückgekommen, wollenmüssensollengekonnt, mir kein Bildnis gemacht, eine Bibel gestohlen, Heidenangst verspürt, Gedichte geschrieben, grüßgott gesagt, einen Revolver geladen, ein Ziel verfehlt, Maßnahmen getroffen, BitteDanke gesagt, Scheiße gesagt, Jebem ti gesagt, ein X gegen ein U getauscht, Nein gesagt, weil: ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel, einen Bogen überspannt und A wie B wie C wie D gewagt, gewonnen, versagt, wurschtweil: ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel den Apfel vom Kopf und vom Apfel einen Bissen genommen

 

*Hommage an HC Artmanns Text Meine heimat ist österreich, der Prolog zu: Das suchen nach dem gestrigen tag oder schnee auf einem heißen brotwecken, Walter Verlag, 1964      –– unter Verwendung von Zitaten aus dem Originaltext (kursiv gesetzt)

**Angst is not a Weltanschauung ist ein Album von Bernd Fleischmann, Morr Music, 2008

→www.kolik.at