Presse

DIE ZEIT

Vielleicht sind wir nur Moleküle // von Fabian Thomas //

Ensembleroman mit Stil: Sandra Gugić knüpft in ihrem Debüt Astronauten ein engmaschiges Netz von Geschichten. Zwischen knallhartem Alltag und Zwischenmenschlichkeit. (…) Statt eines allwissenden Erzähler sind es in diesem Roman die Figuren selbst, die, wie ihrerseits vor eine Kamera gestellt, ihre Sicht auf das Geschehen wiedergeben. Auf diese Weise setzt sich nach und nach eine filigran verbundene Handlung vor dem Auge des Lesers zusammen (…) Sandra Gugićs multiperspektivisches Erzählen ist kein willkürlich gewähltes Mittel, sondern erzeugt einen in die Nähe des Dokumentarischen rückenden Eindruck dieser sechs Charakterstudien. (…) Fragt man in der jungen Literatur nach Dringlichkeit, nach Haltungen, wird man in diesem Moment fündig: Sandra Gugićs Schreiben ist weder sentimental noch kaltherzig, sondern durchzogen von einer großen Empathie für ihre Figuren, die mit einer Liebe fürs Detail charakterisiert werden. Jede Figurenrede ist deutlich von der anderen unterscheidbar.

Astronauten ist ein überzeugender Ensembleroman mit dem durchaus sozialkritischem Anspruch, einen Blick auf die zersplitterten Lebenswirklichkeiten der Großstadt zu werfen. Im Zusammenspiel der mosaikartig ausgestreuten Handlungselemente entsteht hier Literatur von einer großen Kunstfertigkeit.

http://www.zeit.de

 

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Völlig losgelöst – Sandra Gugics lesenswertes Romandebüt // von Beate Tröger //
In diesem Roman ist nicht nur „Gott ein Astronaut“, auch die Figuren scheinen durch eine bodenlose Wirklichkeit zu schweben. Sie führen vor, was einmal explizit zu lesen ist: „Dass die Guten und Normalen nur eine Wunschvorstellung sind, dass in jeder Biographie ein Knick ist, ein Bruch, eine Leerstelle, weil das Herausfallen aus der Ordnung das einzig Normale ist.“ (…) Die Experimentierkunst der Autorin, die bewusst auf eine die verschiedenen Stimmen zusammenführende Erzählinstanz verzichtet, macht dieses Tableau der Verzweiflung zur anspruchsvollen Lektüre.

FAZ vom 25.03.2015

 

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Traurige Götter // von Samuel Moser //
In ihrem ersten Roman «erzählt» die Wienerin Sandra Gugic anhand einer Gruppe von Stadtastronauten die Frage nach der Identität, nach dem Einzelnen und der Gemeinschaft, in der er lebt. (…)

Sandra Gugics Figuren, die den Kapiteln des Romans abwechselnd ihre Namen geben, sind Kinder, die keine Kinder mehr sein können. In ein Leben Vertriebene, in dem sie nicht angekommen sind. Wenn sie sich gegenseitig beobachten, belauern gar, entdecken sie am andern nur ihre eigene Fremdheit. Sie driften aufeinander zu, aber zusammen kommen sie nicht. (…)

→//www.nzz.ch

 

FALTER / WIEN

Astronaut, grüß mir die Sterne // von Sebastian Fasthuber //

Die Wienerin Sandra Gugić legt mit Astronauten das Romandebüt der Saison vor. (…) Jede Figur hat ihre eigene Stimme, einen unverkennbaren Sound – und ihre Dämonen, die sie rastlos durch eine namenlose Großstadt treiben. Die Kritik brandmarkt solche Figuren mitunter als Randexistenzen und betrachtet sie mit falschem Mitleid. Gugić’ Helden haben aber Köpfchen, Anmut und eine ganz eigene Poesie.

(…) Astronauten ist ein funkelnder Roman, verfasst in einem literarischen Stil, aber auch nicht überambitioniert oder unnötig verrätselt. Und Sandra Gugić ist der Glücksfall einer modernen Autorin, die sich mit verschiedensten Strömungen und Avantgarden der Literaturgeschichte auseinandergesetzt hat und gleichzeitig lesbare Kost produziert, die vom Hier und Jetzt handelt.

→ falter.at

 

 

KULTURSPIEGEL / HAMBURG

Raumpatrouille // von Tobias Becker //
„Gott ist ein Astronaut“, sagt eine Figur im ersten Satz dieses ambitionierten Romans, aber Astronauten: Das sind eher die Figuren selbst. Sie treiben in einer kalten Außenwelt umher, treiben mal aufeinander zu, mal voneinander weg – immer isoliert in einer dicken Schutzhülle. Die Welt, die sie umgibt, ist ihnen fremd, und fremd sind sie sich auch selbst. (…)
→ www.spiegel.de

 

 

FIXPOETRY / HAMBURG

Hier kommt keiner so einfach raus // von Adrian Kasnitz //
(…) Astronauten, Trabanten, Satelliten – mit diesen außerirdischen Metaphern kann man die Personnage am ehesten fassen. Wie echte Menschen sind sie abstoßend, brutal, melancholisch, gestört, liebenswürdig. Die letztere Eigenschaft ist Gugićs einfühlsamer Perspektive geschuldet. Jede Person tritt abwechselnd auf und spricht als Ich. Ich als Freund. Ich als Tochter. Ich als Patient. Ich auf Streife durch die Stadt. Ich, der auf Passanten zielt. In einem Interview mit Andy Warhol’s Interview bewundert Gugić „die klare Sprache, die Härte und Zartheit“ der Romane der französischen Schriftstellerin Christiane Rochefort. Diese Härte und Zartheit der Beobachtung, der Sprache und Charakterisierung findet in Astronauten deutlichen Ausdruck. (…)
→ www.fixpoetry.com

 

 

FM4 / WIEN

Weder Zufall noch Unfall // von Maria Motter //
Sechs Menschen, einige Sommertage und am Ende weiß man, was sie getan haben werden. Und man will es wissen. (…) Viele Sätze sind Erzählminiaturen. Bittersüß ist das Leben und knallhart komisch. Etwa, wenn der Jugendliche Zeno an all die Tiere denkt, die Raumfahrtsprogramme bislang ins All schossen. Mit den Tieren des Romans nimmt es übrigens selten ein gutes Ende.(…)  Erzählerisch dicht ist die Sprache, sie treibt die Neugier voran. Blut rauscht in den Ohren. „Verfickt eingeschädelte Klischees“ ist eine Wortkombination, die das Konzept Leiharbeiter und Bewerbungsgespräch bestens erfasst. „Es sind die Details“, will man wieder Gugić zitieren, man achte auf die Details. (…) Astronauten hat Sandra Gugić „wieder und wieder zerlegt, Teile verworfen oder umstrukturiert, analog und digital gearbeitet, assoziativ Fragmente und Fotografien zum Text gesammelt“. Es hat sich ausgezahlt.
→ fm4.orf.at

 

THE GAP / WIEN

Wien Outer Space // von Teresa Reiter //
Die österreichische Autorin Sandra Gugic legt mit ihrem Debütroman Astronauten ein faszinierendes Psychogramm des Großstadtlebens vor (…) Die sechs Astronauten, wie die Autorin ihre Figuren nennt, durchleben einen Sommer, der die Erwartungen von unbegrenzter Freiheit einmal mehr nicht erfüllt. Sie langweilen sich. „Langeweile interessiert mich als unmittelbarer Ausdruck von Leere und Stillstand, von Desillusionierung und Einsamkeit, als Fremdheitsgefühl gegenüber der äußeren Welt“, erklärt Sandra Gugic. Spurlos geht im Roman der 38-jährigen Wienerin aber kaum ein Augenblick vorüber. Wie in der Physik heißt es hier: In einem abgeschlossenen System ist die Summe der Energien konstant. Alles, was die Figuren tun, beeinflusst auf die eine oder andere Weise das Leben der anderen.  (…)
→ www.thegap.at

 

LITERATUREN BLOG Sophie Weigand

Durch die Atmosphäre dieses Romans ziehen schließlich Fragen nach Herkunft, Freundschaft und Identität, die so universell sind, dass jeder etwas für sich darin entdecken kann. Sandra Gugic jedenfalls ist ein sprachmächtiger Erstling gelungen, dessen Potpourri menschlicher Empfindungen und Erfahrungen berührt.
http://literatourismus.net

 

54 BOOKS LITERATURBLOG

von Saskia Trebing //

Sandra Gugic schreibt in einer Sprache, die traumwandlerisch sicher die richtigen Stimmungen trifft und dem Geschehen in der Stadt und in den Köpfen immer mit einer lakonischen Distanz begegnet, der ihre angeschlagenen Astronauten vor der Rührseligkeit bewahrt. (…)

54books.de/astronauten

 

LITERATURBLOG GÜNTER KEIL

(…) Gugic‘ Debütroman hat ein hohes Tempo und einen poetischen Ton, dem man sich kaum entziehen kann. Ein starkes Debüt!
→ guenterkeil.wordpress.com

 

LITERATURHAUS WIEN

// von Alexander Kluy

(…) Jede Figur denkt und spricht anders, in einem anderen Duktus, einem anderen Tempo, mit anderer, variierter Eigenwilligkeit und Eigenständigkeit. Und eben darin zeigt sich Gugics übergroßes Talent und Sprachgefühl. Man kann gespannt, weit mehr als gespannt sein, wie der so überwältigend begonnene Weg dieser Autorin weitergehen wird.

→ www.literaturhaus.at