Interview

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Andy Warhol’s Interview

Meine Bücher
INTERVIEW: Wie riechen Bücher?

SANDRA GUGIĊ: Ich bin Grafikerin, ich liebe den Geruch von Papier und Druckerfarbe. Einige meiner Bücher riechen nach Flohmarkt, da ich gern auf dem Trödel oder im Antiquariat nach schönen alten Ausgaben suche. Einmal hat mir ein guter Freund zum Geburtstag ein Paket geschickt: einen Roman und eine Flasche Rotwein. Die Flasche ist irgendwo auf dem Postweg zerbrochen und ich habe das weingetränkte Buch liebevoll getrocknet. Es ist unlesbar geworden, aber rieche immer noch gern daran.

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→www.interview.de

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Literaturblog Stefan Mesch

Sag ihnen, du hast mich schweben sehen …
Künstler, Taxifahrer, jugendliche Vandalen, verlassene Hotels, schäbige Hinterhauswohnungen, Paranoia im Villenviertel. Ein Großstadt-Mosaik, dessen Anspruch und raffinierte Vielstimmigkeit mich überzeugte – aber hundert Fragen aufwarf. 24 davon habe ich Sandra Gugić gestellt.

Ein Interview, kurz vor Gugićs „Astronauten“-Lesung zum 23. Open Mike 2015.

 

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War „Astronauten“ ein Kraftakt?

Schreiben ist für mich ein Kraftakt wie auch ein Rausch. Sprachlich und inhaltlich präzise an einem Text zu arbeiten kostet sehr viel Kraft, diese Kraft überträgt sich aber auch, schwingt zurück, wenn dieser Sog entsteht, der einen in den Text hineinzieht und in eine andere Welt katapultiert, ein gigantisches Eskapismuskatapult schleudert einen also raus in einen unbekannten Raum, dazwischen ein Schweben, vielleicht eine Millisekunde Schwerlosigkeit, und am Ende des Textes findet man sich allein wieder, auf sich selbst zurückgeworfen und leicht verkatert wie nach einer allzu langen Nacht, wenn die rauschhaften Gespräche und Begegnungen noch im Kopf nachhallen, die Gerüche, die Musik, die verpassten Gelegenheiten, die Peinlichkeiten, die unerfüllten Wünsche, während die Sonne schon gnadenlos hoch am Himmel steht und die Realität eines neuen Tages hereinbricht.

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→stefanmesch.wordpress.com

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Der Standard

Das beste Stück
Vor allem in den letzten Jahren, in denen ich zwischen Wien und Berlin gependelt bin – ich nenne das im Übrigen ,Prekariatsjetset‘ – habe ich versucht, mich von materiellen Dingen zu lösen. Als ich an meinem ersten Roman Astronauten gearbeitet habe, hat mir eine Freundin für meine Notizen unterwegs zwei silber-neonfarbene Parker-Jotter-Kugelschreiber geschenkt. Zu dieser Zeit habe ich gerade John Steinbecks Tagebuch eines Romans gelesen. Darin beschreibt er unter anderem die Routine, mit der er vor dem täglichen Arbeitsbeginn seine Bleistifte gespitzt und zurechtgelegt hat, Bleistifte einer bestimmten Marke und Härte. Steinbeck hatte die Plots zu seinen Romanen von Anfang an ziemlich genau im Kopf. Davon war ich weit entfernt. Aber manche Gedanken und Zweifel in Steinbecks Werktagebuch schienen mir vertraut oder manchmal auch tröstlich. Vielleicht wurden die Parker Jotter mein Äquivalent zu Steinbecks Bleistiften, nachdem sie mich während des Schreibens bis heute als Konstante auf meinen Reisebewegungen und in meinen Gedankenbewegungen begleiten.

→derstandard.at

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Literaturen Blog

Bitte übernehmen Sie…
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Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich habe einen analytischen Blick auf Dinge und Menschen. Wenn ich einen Raum betrete oder jemanden kennenlerne, entgeht mir kaum ein Detail. Ansonsten, je nach Wetter und Tagesverfassung: Lebenshunger, Misantrophie, Insomnie, Euphorie, Manie und Depression.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es…

Ich habe selbstverständlich keine seltsamen Angewohnheiten, ich bin ganz normal.

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→literatourismus.net

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Trashpool Literaturzeitschrift

Das Rauschen der Gedankenmaschine – ein Werkstattbericht
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SG: Das Schreiben war für mich ein Neuanfang, ich war schon seit Jahren voll berufstätig und bin letztlich doch dem Wunsch gefolgt, einen und vor allem diesen Roman zu schreiben. Eine Sache war das wirtschaftliche Risiko von Arbeitspausen oder -einschränkungen als Selbstständige, das musste ich aber eingehen, um mich intensiv dem Roman widmen zu können. Ich habe in den letzten Jahren ein Nomadenleben geführt, die ASTRONAUTEN sind in Wien, Leipzig und Berlin entstanden, in einem Arbeitszeitraum von ungefähr drei Jahren. Zu diesen Jahren fällt mir folgendes Zitat aus Terézia Moras Frankfurter Poetik-Vorlesungen ein: „Ja, häufig erscheint es so, dass nicht mehr Platz auf der Welt für dich da ist als der, den dein Körper notgedrungen einnimmt, der 6 Meter breite Gehsteig reicht nicht aus, um ‚in Ruhe‘ von A nach B zu kommen, und es ist keine Minute übrig vom Tag, aber du: tue es trotzdem. Erst ein Buch, dann das nächste, und wenn das fertig ist, das danach. Denn in Wahrheit ist soviel Platz da, wie dein Geist für dich in Besitz nimmt.

 

Das vollständige Interview ist der Printausgabe von trashpool, Zeitschrift für Literatur und Kunst,  im Oktober 2015, erschienen, ein Auszug siehe link

→rudkoffsky.com

→www.trash-pool.de